Viel Spaß

Hallo Netzgemeinde,

mit obigem „Gruß“ verabschiedet man nicht selten Menschen ins Wochenende, zu einer Feier, in den Urlaub o.ä. Der Spaß soll aber auch in vielen anderen Bereichen des Lebens nicht zu kurz kommen. Shoppen soll Spaß machen, ebenso der Besuch einer Sport-/Kulturveranstaltung und natürlich muss der Job Spaß machen.

Spaß ist also weit verbreitet. Und gerade das letzt genannte (der Beruf soll Spaß machen) trifft bei älteren Semestern auf Unverständnis. Auch einige Personaler können damit nicht viel anfangen – klagen aber nicht selten über den Fachkräftemangel. Andernorts hingegen laufen die Bewerber den Firmen die Tür ein. Ist also der Spaß-Faktor der entscheidende? Geht es nicht darum so viel Geld wie möglich zu verdienen, etwas Sicheres zu haben und Karriere zu machen? Was soll da das Gerede vom Spaß?

Ich behaupte, dass viele Arbeitnehmer in einem Dilemma stecken. Sie sind Getriebene – getrieben vom Wunsch nach mehr Geld, erhöhtem Ansehen, dem Kündigungsschutz und dem nächsten Karriereschritt. Innerlich sind diese Menschen aber schon ausgekühlt und brennen nicht mehr für das was sie tun. Sie freuen sich bereits am Mittwoch auf das Wochenende und sprechen über jenes mindestens bis zum nächsten Dienstag.

Ganz ehrlich? – Wenn es nur darum geht sich auf das Wochenende zu freuen, was hat dieses Leben für einen Sinn…

Die Motivation – also der Antrieb für und im Job – durch Geld ist endlich. Es ist erwiesen, dass Menschen, die für ihre Arbeit gelobt werden, die sich in der Arbeit wieder finden und die den Sinn ihrer Arbeit kennen, eine viel höhere Eigenmotivation haben.

In dem Zusammenhang ist bekannt, dass bei einem Autoteilezulieferbetrieb zum besseren Betriebsklima ein gruppendynamischer Workshop veranstaltet werden sollte. Der Referent wurde nach weniger als 10 Minuten niedergeschrien und – bildlich gesprochen – aus dem Raum gejagt. Er blieb standhaft und fragte die Mitarbeiter woher ihre Wut käme. Man sagte ihm, dass sie solchen „pädagogischen Unsinn“ satt hätten. So etwas würde Jahr für Jahr „durchgezogen“. Der Referent verstand sofort, dass die Führungskräfte zwar etwas positives bewirken wollten, jedoch nicht durch die Brille der Mitarbeiter geblickt hatten. Er lies sich daher eine Vollmacht für ein anderes „Format“ dieses Workshops geben. Eine Woche später wurde dieser dann nachgeholt. Es standen Luxus- und Sportwagen auf dem Werksgelände und die Mitarbeiter durften diese zu zweit und abwechselnd (aus)fahren. Im Anschluss lies sich der Referent erklären wo und an welcher Stelle die hergestellten Autoteile in solchen Autos zu finden seien. Die Mitarbeiter waren ob des Fahrerlebnisses so begeistert und erklärten detailliert alle technischen Zusammenhänge. Im Anschluss wurde bei gutem Essen über den verlebten Tag gesprochen und dabei – genau – ordentlich gelacht. Der Spaß war es Wert!

Spaß bedeutete ursprünglich „Zerstreuung“ oder „Zeitvertreib“ – und so kennen wir es noch immer beim Besuch eines Volksfestes, eines Kinos o.ä. Heute wird aber (etwas macht) Spaß als eine Tätigkeit beschrieben, die gerne gemacht wird – also Freude bereitet.

Und dafür sind wir alle selbst verantwortlich. (Fast) Jede Situation/Tätigkeit kann jeder von uns soweit beeinflussen, dass Freude und Spaß daran entstehen. Einige begeben sich immer noch zu häufig in die Opferrolle („Was kann ich schon ändern?“). Mach Dich zum Opfer und Du gibst den anderen die Macht über Dich! Das ist einfach, denn ab jetzt kannst Du alles und jedem die Schuld zuschieben. Du bleibst einfach in Deiner (Komfort)Zone und lässt das Leben an Dir vorbei ziehen. Nicht selten werden solche Menschen zu Querulanten, nachtragend, neidisch, und vor allem zynisch. Tobi Beck nennt solche Menschen in seinem Buch „Unbox your life“ BEWOHNER…

Ich wünsche Euch allen viel Spaß am heutigen Tag, in der nächsten Zeit und in Eurem Leben. Den Großteil davon könnt Ihr Euch selbst gönnen und braucht nicht zu warten, dass Euch ihn jemand anderes bringt.

Ach so, das noch zum Schluss: sollte Euch Euer Job keinen Spaß machen gibt es übrigens nur eine Lösung: ______________________ (bitte selbst sagen/aufschreiben, das ist der Anfang für neuen Spaß im Leben).

Live long and prosper

Euer Markus

Sagen vs. Fragen

Hallo Netzgemeinde,

der letzte Blogeintrag ist vom 15.11.2018 und nicht wenige Feedbacks erreichten mich im Stile von „Wann kommt denn endlich mal wieder etwas von Dir?“. HEUTE ist es also so weit. Nicht, dass ich die letzten Monate untätig war. Einige Texte sind quasi fertig, aber noch nicht öffentlichkeitstauglich. Und dagen ist dieser Text hier gar nicht geplant gewesen. Das kommt eher aus der Kategorie „Alltagsthemen“. Vielleicht ist er gerade deshalb interessant. Lest einfach selbst.

Wie viel überall gesprochen, getextet und geschrieben wird. Ich habe kürzlich den negativen Kommentar eines Germanistik-Professors gehört: „Es wurde noch nie so viel kommuniziert wie heut zu Tage, aber so wenig Inhalt ausgetauscht.“ Bei der ein oder anderen Diskussion im TV, in einer WhatsApp-Gruppe oder bei einem Stammtisch mag da sicher auch etwas dran sein – oft aber auch beabsichtigt. Wer z.B. in einer WA-Gruppe ist, der darf sich nicht über vermeintlich witzige Videos etc. beschweren. Es tut auch mal ganz gut sich einfach inhaltsloses Zeug „reinzuziehen“.

Wenn aber Menschen wegen „echter“ Themen zusammen sitzen/sprechen, fällt mir immer wieder das meiner Meinung nach größte Problem der heutigen Kommunikation auf. Jeder vertritt seine Meinung und es werden Argumente ausgetauscht. Was dabei oft (meist?) fehlt sind ernst gemeinte und tiefgründige Fragen.

Wir haben den bildlich gesprochenen Tunnelblick wenn wir unsere Ansicht per AusSAGEN kommunizieren. Wenn dann ungeduldige Menschen dabei sind, fallen die einem (fast) ins Wort und SAGEN danach ihre Meinung. Es entwickelt sich eine hohe Tunneldichte – wenn man Glück hat trifft mein Tunnel auf den des Kommunikationspartners und unsere Gesprächsröhre wird länger oder stabiler. Bei Pech kreuzen sich unsere Meinungen und es werden Argumente, Fakten usw. nachgeliefert um die eigenen AusSAGEN zu unter-/übermauern (damit der Tunnelblick schön fest eingemauert ist).

AusFRAGEN wäre aus meiner Sicht aber der größere Gewinn für ein Gespräch. Beim Ansehen der Sesamstraße haben wir das doch als Kinder schon gelernt:

Dummheit möchte ich den meisten Gesprächspartnern nicht unterstellen, aber eben auch kein tiefgründiges Interesse an den Ansichten des Anderen. Denn wenn ich permanent meine Meinung SAGE, dann ist das sehr einseitig – selbst wenn die/der Andere auch seine Meinung SAGT.

Stellen wir hingegen doch einfach mal in unseren Gesprächen mehr FRAGEN. Was wird passieren? – Die/der Andere fühlt sich gewertschätzt durch die Neugier und das Interesse. Ich selbst bekomme Hintergründe wie sich mein Gesprächspartner seine Meinung gebildet hat. Dadurch gebe ich mir selbst die Chance darüber nachzudenken und meine eigene Meinung ggf. auch mal anzupassen. Denn die Sozialisation von Menschen und deren Meinungen sind so vielfältig wie die Menschen selbst – bei keinem Menschen gibt es absolut identische Erfahrungen.

Ob banal, fachspezifisch, politisch oder emotional – wenn wir zwischendurch „Wie bist Du zu Deiner Ansicht gekommen?“ oder „Welche Erfahrungen hast Du gemacht, dass Du heute so denkst?“ oder … ernst gemeint fragen, dann ist allen Gesprächsteilnehmern meiner Meinung nach geholfen.

Dass ich das heute schreibe hat übrigens genau den beschriebenen Grund. Die angeregte Diskussion eines sehr gemischten Kreises (Alte, Junge, Frauen, Männer, Beamte, Führungskräfte, Selbständige) in der nahen Vergangenheit wurde mir einen Tag später sehr bewusst gemacht. Auf die Frage „Wie hast Du eigentlich das Gespräch wahrgenommen?“ hatte ich nämlich zunächst keine schlüssige Antwort. Bei längerem Nachdenken fielen mir alle oben genannten Punkte auf. Und beim Vergleich mit weiteren Gesprächen an denen ich aktiv oder passiv teilgenommen hatte, wurde die Analyse eindeutiger: Sagen vs. Fragen, das ist die Herausforderung.

Meine Meinung ist – denke ich – klar geworden. Einfach mehr fragen statt sagen!

Live long and prosper

Euer Markus


Hell yeah! (Überschrift geklaut s.u.)

Hallo Netzgemeinde,

die Überschrift „Hell yeah!“ habe ich von einem kürzlich gelesenen Artikel entnommen, weil sie sehr gut auf die folgenden Gedanken passt.

Seit meinem letzten Blogeintrag ist einiges an Zeit vergangen. Das liegt nicht daran, dass es nicht genügend Themen aufzubereiten gäbe, sondern an der momentan sehr anspruchsvollen und energieziehenden Arbeit. Diese ist nun „im Fluss“ (für die moderneren Leser: im „flow“) und damit kann ich nun mal wieder ein paar Zeilen herunter schreiben.

Und genau das ist das Thema, jetzt passt es, während es die letzten 4-8 Wochen nicht passte. Da stand ich vor ein paar Herausforderungen, die es in sich hatten. Es türmten sich bildlich gesprochen Berge auf, deren Gipfel wolkenverhangen nicht zu sehen waren. Nach viel Stress, wenig Urlaub/Erholung und dem abklingenden Sommer waren das keine rosigen Aussichten. Und ich habe zwischenzeitlich gedacht: „Lass den Sch…“

In dieser Situation erinnerte ich mich jedoch an das Ende meines letzten Blogeintrages. Dort hatte ich das Zitat hinterlassen „Love it or leave it“… Da fühlte ich mich selbst ertappt. Ist es denn wirklich so einfach? Lass es sein, wenn Du Dich nicht begeistern kannst? Was würde das mit mir machen?

Ich habe mich dann ein wenig umgehört, habe Menschen gefragt und mir Vorgehensweisen angesehen. Einige, die sich zu einem „leave it“ durchgerungen hatten waren damit glücklich, andere fühlen sich als hätten Sie eine Chance vertan, hätten aufgegeben.

Menschen, die sich (zwangsweise) dem Weg „love it“ gewitmet hatten, fühlten sich gestresst und ausgelaugt. Andere – und darüber möchte ich heute sprechen – haben sich tatsächlich in die Aufgabe „verliebt“ und sind darin aufgegangen. Wie ist so etwas möglich? Kann ich mich selbst dahingehend steuern? Oder sind das Charaktereigenschaften, die angeboren sind?

Letztere Frage kann ich schon mit „Nein“ beantworten – so etwas ist nicht angeboren.

Die Frage nach dem „sich selbst steuern“ ist die entscheidende Frage. Denn Menschen wären erfolgreicher, wenn sie mehr Zeit in Ihre Aufgabe investieren könnten ODER wenn sie sich auf Ihre Aufgabe besser fokussieren könnten (s. Morten Hansen – Buch: Great at Work). Beides ist in der immer komplexer werdenden Arbeitswelt aber oft nicht möglich.

Während meiner Kernarbeitszeit habe ich mitunter zig Telefonate in einer Stunde zu führen. Gleichzeitig klimpern die Mails wie am Fliesband rein und Kolleginnen/Kollegen haben anliegen. Geplante Termine finden dazwischen statt. Die „eierlegende Wollmilchsau“ ist aus der Arbeitsevolution geboren. Um 17 Uhr springen in unserem Büro die Anrufbeantworter an – es wird merklich ruhiger. Wenn die Kolleginnen/Kollegen dann nach und nach Feierabend machen und das Büro geschlossen ist, dann ist plötzlich „Luft“ für die vorgenommenen Aufgaben da. Aber ist das das Ziel? Mehr Arbeiten, um noch mehr zu schaffen?

Falsche Frage! – Jetzt ist die Zeit da, die Morten Hansen in seinem Buch beschreibt. Jetzt kann ich mich fokussieren und meine Kraft unbehindert einsetzen. Genau das habe ich in den letzten – s.o. – 4-8Wochen so gemacht. Dinge angestoßen als die Zeit da war. Qualitativ verbessert und weiterentwickelt weil ich mich fokussieren konnte. Der Berg wurde nicht kleiner, ich stieg höher. Und Minute um Minute wuchs meine Begeisterung für die eigene Leistung, das Ergebnis, die Zielerreichung.

All die Motivationsbücher, Ratgeber usw. die davon sprechen, dass „Du (…) alles erreichen kannst“ und dass Du „Denke nach und werde…“ haben tolle Ansätze und belegen sie mit Menschen, die genau das geschafft haben. Vorbilder sollen das sein, die geschafft haben, was andere für unmöglich hielten. Verschwiegen wird immer, dass es sich bei diesen Menschen um Ausnahmetalente handelte. Wieso sprechen wir nicht über die „normalen“ Menschen, die ihre Erfolge einfahren und stolz darauf sind? Das sind keine Weltkonzernaufbauer/-lenker wie Richard Branson, keine Sprinterkönige wie Usain Bolt oder Musiklegenden wie Keith Richards. Das sind die, die in Ihrer Firma oder in einem Verein erstklassige Leistungen abliefern. Die sich zum ersten Mal trauen eine Präsentation vor einer Gruppe von Entscheidern zu halten. Das sind Menschen, die zu Beginn einer Aufgabe – freiwillig übernommen oder zwangsweise übertragen – noch nicht wissen ob sie es schaffen. Die sich dann aber hinsetzen und in (Über)Stunden fokussiert an der Lösung, am Ergebnis „schrauben“ und arbeiten, bis sie zufrieden sind. Zu Beginn sagen viele „was für eine höllische Arbeit“ (engl. „Hell“) – um dann ein „verdammpt ich mach´s“ (engl. „yeah“) anzuschließen: HELL YEAH!

Wenn Ihr vor dem nächsten solchen Berg steht, wünsche ich Euch eine gute Entscheidung. Wenn es „leave it“ ist, dann seid damit zufrieden (zu FRIEDEN in Euch). Wenn es „love it“ sein soll, dann sucht Euch die Zeit und Muße, schreit einmal laut „Hell yeah!“ und los geht´s…

Live long and prosper

Euer Markus

24 Stunden sind ein Tag?

Hallo Netzgemeinde,

 

die Ferien enden in den nächsten Tagen und viele Familien kommen aus dem Jahresurlaub zurück. Das bemerkt man auch an Gesprächen, die man überall verfolgen kann. So auch gestern beim Brötchenkauf in der Bäckerei. Das Gespräch lief so ab:

Person 1: Und, wie war der Urlaub?

Person 2: Schön.

Person 1: Hattet Ihr schönes Wetter?

Person 2: Ja, aber der Urlaub ging viel zu schnell rum. Selbst drei Wochen waren so schnell vorbei.

 

Tja, eigentlich muss man nicht mehr viel sagen. Und doch frage ich mich, wie man zu solchen Gesprächen kommt. Was ist passiert, dass Menschen einsilbig auf die vermeintlich schönste Zeit des Jahres antworten und bei einer Nachfrage dann auch noch in eine negative Sicht abdriften – völlig unverständlich.

Die obigen drei Wochen Urlaub waren faktisch gesehen genau so lang wie die drei Wochen davor und die drei Wochen danach. 24 Stunden sind ein Tag – oder doch nicht?

Ich will das alles gar nicht verurteilen! Jeder soll seine eigene Sicht der Dinge haben. Ein Feedback soll dieser Text sein. Feedback beinhaltet positive Aussagen, sowie subjektive Optimierungsvorschläge. Meine subjektive Sicht ist, dass Menschen, die eine tolle Zeit, ein lang herbei gesehntes Ereignis oder eine schöne Feier erlebt haben, diese in dem Moment als wunderschön ansehen. Und weil die Person darin aufgeht, sich beschäftigt und es genießt geht die Zeit „gefühlt“ schneller vorbei. Selbst wenn es das obligatorische Faulenzen im Urlaub ist, ist der Tag schneller vorbei als ein langweiliger Durchschnittsarbeitstag.

Traurig ist dabei meiner Meinung dann auch nicht, dass die Zeit des Urlaubs scheinbar schnell vergangen ist. Ich finde es schlimm, dass das im Verhältnis mit dem Alltag so ist. Denn es sagt mehr über den Alltag aus, als über den Urlaub. Und das möchte ich heute all denen mit auf den Weg geben, die sich in ähnlicher Form in dem obigen Gespräch wiedergefunden haben.

 

Was machst Du aus Deinen 24 Stunden, die der Tag hat? Ist es sinnvoll? Macht es Freude? Bist Du überzeugt davon was Du tust?

Es gibt ein Zitat, welches Steve Jobs zugeschoben wird. In der Vielzahl von Sprüchen trifft es jedenfalls zu diesem Blogeintrag den Kern: You don´t love it? Than change it or leave it.

 

Mehr soll´s heute nicht sein!

 

Live long and prosper

Euer Markus

Ideen gibt es – genutzt werden sie selten

Hallo Netzgemeinde,

neulich war ich als Trainer unterwegs und habe einige verschiedenen Seminare geleitet. Es ging um Themen wie „Neukundenakquise“ und „kundenorientierte Beratung“. Die Seminarteilnehmer waren Azubis, gelernte Fachkräfte und selbständige Kaufleute.

Was auffiel war, dass die ersten Stunden relativ verhalten und ruhig abliefen. Das ist häufig so, wenn die Teilnehmer sich untereinander noch nicht kennen (und den Trainer). Logisch – es fehlt zunächst die Vertrauensbasis. Das gibt sich meist nach den ersten Trainings-Einheiten und/oder spätestens nach der ersten Pause 🙂

Dieses Mal merkte ich förmlich eine aufkommende positive Unruhe. Der Grund war recht einfach: ich habe Kreativität frei von allen Zwängen und geschäftlichen Rahmenbedingungen „verlangt“. Die Teilnehmer durften (zum jeweiligen Seminar passend) plötzlich machen was sie wollten und konnten. Sie haben sich ausgetauscht und von einander profitiert. Wo die eine noch einen blinden Fleck hatte, hatte ein anderer eine Idee. Diese zündete erstgenannte an und löste neue Ideen aus. Meine Aufgabe bestand darin, den Prozess strukturiert zu begleiten und Ordnung ins Chaos der Gedanken und Ideen zu bringen.

Diese Brainstormingprozesse (Downloaddatei: 6 Brainstorming) sind nicht zu unterschätzen – kommt man doch häufig vom völligen Irrwitz hin zu einer praktikablen Idee (und wer sagt denn, dass Irrwitz nicht auch irgendwann praktikabel ist: Elon Musk hätte vor 10-20 Jahren auch behauptet, dass es erst einmal anmaßend erscheint zu Werbezwecken einen selbstproduzierten Elektrosportwagen ins Weltall zu schießen).

Am Ende standen jedenfalls Ideen, für die die Teilnehmer brennen. Sie erfordern sehr viel Nach- und Planungsarbeit, um in der Realität Anwendung zu finden. Aber alle arbeiten momentan neben den eigentlichen Aufgaben diese Teile für ihre Ziele ab.

Die Frage, die sich einigen Leserinnen/Lesern nun stellt, lautet wahrscheinlich: Ist es denn so einfach? Mal eben ein Brainstorming ansetzen und dann wird alles gut?

Nein, natürlich nicht. Vor allem dann nicht, wenn die Ideengeber im zweiten Schritt keinen Raum finden ihre Ideen vorzustellen. Denn die meisten guten Ideen scheitern aus zwei Gründen:

  1. sie wird erst gar nicht vorgestellt und bleibt beim Ideengeber unter Verschluss. Es wird Perfektionismus vorgetäuscht und man „sei ja noch nicht richtig fertig damit“ oder „es fehlen halt noch Infos, um es zu präsentieren“ oder blablabla… als Zuhörer wartet man ewig auf die Vorstellung
  2. die Ideen werden so lange weich gespült, bis das Risiko der Ablehnung ausgewaschen ist. Wer mag schon gerne eine offene Ablehnung für eine tolle Idee riskieren, wenn er mit einer halbseidenen Aktion zumindest zustimmendes Kopfnicken bekommt.

Fazit: Ideen zu fordern verlangt gleichzeitig Ideen zuzulassen! Das gilt für viele Chefs, aber auch Kollegen, Freunde und Verwandte.

Das Schnelle: „Klappt eh nicht“ / „Habe ich auch schon alles gemacht“ / „Lass mal lieber“ / „…“ – lässt deutschlandweit die Potenziale von engagierten Mitarbeitern verkümmern. – Neulich habe ich gelesen, dass ca. 1/4 alle Angestellten innerlich gekündigt hat. Einer der Hauptgründe ist demnach, dass die Meinung (z.B. Ideen/Vorschläge) nicht gehört bzw. ignoriert werden. Frust erwächst nicht selten aus Enttäuschung.

Das Gute ist aber, dass es sie gibt, die Mitmenschen, die sich inspirieren lassen wollen. Die sagen: „Ich höre mir alles an. Wir sprechen konstruktiv darüber und wenn ich eine Aussicht auf Machbarkeit und Sinn erkenne, dann legen wir los.“ – Und dann wird aus einem Funken, plötzlich ein loderndes Feuer.

 

In diesem Sinne wünsche ich allen viele gute Ideen – seien sie anfänglich auch noch so utopisch – und Mitmenschen (Kollegen/Chefs/Freunde), die keine Innovationskiller sondern Ideengärtner sind, die Dünger und viel Licht zum Wachstum einbringen.

Live long and prosper

Euer Markus

 

 

Ausdauer, Herz und Verstand

Hallo Netzgemeinde,

dieser Blogeintrag ist im Endeffekt für MICH. Wieso dass werdet Ihr Euch fragen. Und ggf. – lohnt es sich dann überhaupt weiterzulesen?

Ja, es lohnt sich – das kann ich auf jeden Fall sagen.

Warum der Blogeintrag eigentlich für mich selbst ist und doch lesenswert für alle, das liegt an dem speziellen Thema welches allgemein anwendbar ist. Ui, das klingt aber abgedreht…wird die Eine oder der Andere jetzt denken. Na dann wollen wir die Katze mal aus dem Sack lassen:

Gestern war ich in Hünxe (schnell mal Google Maps aufmachen) und habe miterleben dürfen wie eine Damen Volleyballmannschaft die Aufstiegsrelegation für sich entschied und in der kommenden Saison in der Oberliga spielt. Viele Freizeitsportler werden vermutlich jetzt sagen, dass nun die Wochen der Auf-/Abstiege, der Pokalendspiele usw. anstehen – das ist doch jedes Jahr um die Zeit und das ist nichts weltbewegendes. Und doch war es gestern in Teilen anders – aber es war vor allem erzählenswert.

Die Geschichte ist nämlich die, dass hier eine Mannschaft (sinnvoller wäre übrigens „Damenschaft“ zu sagen, aber das nur am Rande) eine lange Saison in den Knochen hatte. Diese Mannschaft hat sich bewusst dafür entschieden ein – für ihre Liga – verhältnismäßig hohes Trainingsprogramm zu absolvieren. Statt wie viele Teams zwei Mal die Woche zu trainieren, wurde ein dritter Tag eingeführt. Dieser war kein „Lusttag“ an dem man kommen kann oder nicht. Dieser dritte Trainingstag wurde genauso genutzt wie die anderen Tage auch.

Zunächst bedeutet das Freizeitverzicht, aber als Außenwirkung war es Prioritätensetzung. Eine ganze Saison lang einen dritten Trainingstag, das sind 30-40 Tage mehr Einsatz! Diese Zahl zeigt schon wie wichtig man seinen Sport (allgemein: seine Aufgabe) nimmt. Das Spiel am Wochenende kommt ja noch dazu, d.h. ca. 57% der gesamten Woche sind mit – in diesem Fall – Volleyball belegt…

Das ist eine Kopf- aber auch eine Herzensentscheidung gewesen. Und wo das Herz schlägt, da geht es einem besser. Es gibt nicht nur eine Studie darüber, dass Menschen da leichter zur Tat schreiten, motivierter sind und das Umfeld als eine Art Wohlfühlatmosphäre wahrnehmen, wo die beteiligten Personen mit dem Herz dabei sind. (Ich will hier gar nicht von bekannten „Blut-Schweiß-Tränen-Ansprachen“ mancher Trainer sprechen.)

Das Herz am rechten Fleck tragen, Herzschmerz verspüren und das Herz macht vor Anspannung einen Aussetzer – das sind Sprüche, die wir alle schon gehört haben. Sie zeigen, dass das Herz – also der Puls-/Taktgeber des Lebens – der entscheidende Faktor für das Abrufen von Leistung sein kann.

Und dann sind da noch der Verstand, das Hirn, die Gedanken… Egal wie man es nennt. Der Kopf steuert das Ganze – zwar weniger als wir gemeinhin annehmen (Buchempfehlung: Think Limbic) – doch der Kopf setzt um, was Wille und Herz antreibt. Das Trainingskonzept wird geschrieben, die Zeitplanung für die Saison aufgestellt, die Mannschaft auch nach Personenstärke aufgestellt und Eventualitäten einkalkuliert.

Gestern folgte dann zum Ende dieser Herzblutsaison ein Drama in drei Teilen:

  1. es mussten zwei Spiele binnen 24 Stunden absolviert werden (drei Relgegationsmannschaften spielten von Fr-So)
  2. vor dem Spiel fielen zwei Spielerinnen aus – eine davon mit Knieverletzung (sie lag dann das Spielüber mit Eisbeutel am Spielfeldrand)
  3. zwei Sätze mussten mindestens gewonnen werden und die Damen holten diesen zweiten Punkt mit einem 26:24 (Volleyballunkundige googlen einfach nach)

Fazit:

Ohne die Ausdauer und die Power, die ein dritter Trainingstag geliefert haben, wäre das Wochenendprogramm nicht unbedingt machbar gewesen. — Frage an alle: Tust Du genug oder ginge mehr für das was Du willst?

Die Herzen der Spielerinnen waren so aufgeladen, dass das „Jetzt erst recht“ bei den schlechten Nachrichten vor dem Spiel (die zwei Ausfälle) kompensiert werden konnten. — Frage an alle: Liebst Du das was Du tust genug? 

Und nach vergebenem ersten Aufstiegssatzball den Kopf nicht hängen zu lassen und mit dem 26:24 alles klar zu machen war die Stärke des Geistes – die Gewissheit bis hierhin ALLES, aber auch wirklich ALLES getan zu haben! — Frage an alle: Bist Du Dir im Kopf der Folgen (positiv/negativ) bewusst, die Dein Handeln auslösen?

Wie oft habe ich schon Ausreden gehört. Menschen erlebt, die durch „Wegducken“ erwarten, dass der Kelch vorüber zieht. Personen, die die Schuld der Sache, anderen Menschen usw. gegeben haben. — Ausdauer, Herz und Verstand sind Erfolgsgaranten! Lass Dich darauf ein und Du hast Dir nichts vorzuwerfen…

Live long and prosper

Euer Markus

 

 

 

Houston, wir haben ein Problem!

Hallo Netzgemeinde,

kennt Ihr auch die Personen, die ständig eine Schwierigkeit sehen (z.B. das PC-Programm ist doof), die sich ständig mit anderen vergleichen („Ich kann das nicht so wie Du.“) und/oder die immer wieder Probleme skizzieren, warum dies oder jenes nicht klappt/gemacht wird/aufgeschoben wird usw.

Manche sagen, dass solche Personen ein mehr oder weniger großes Minderwertigkeitsdefizit haben. Ich höre aus solchen Aussagen eher den berühmten Satz „Housten, wir haben ein Problem“ heraus. Dieser Funkspruch der Apollo-13-Crew an die Bodenkontrolle in Houston ist legendär. Ähnlich drücken wir es auch in Alltagssituationen aus:

  • Ich habe ein Problem mit…
  • Wir haben einen Konflikt miteinander
  • Ich habe so viel Druck
  • Ich mache den selben Fehler immer wieder
  • Das Problem ist, dass…
  • usw.

Bei den meisten dieser Situationen könnten wir eigentlich relativ schnell auf eine Lösung kommen, wenn uns nicht der„psychologische Nebel“ die Sicht nähme. Dieser kann verursacht werden durch eine starke negative Emotion wie Angst oder Wut, eine unerschütterliche Opfer-Haltung, innere Widerstände oder einseitiges Denken. Und vor allem: Wir erzählen das ganze Drama aus unserer Perspektive, d.h. wir selbst sind Autor, Regisseur und Hauptdarsteller in einer Person.

Was werden in solchen Fällen für Lösungen und Auswege gesucht?

  1. Bei der Arbeit sollen die Mitarbeiter noch einmal darüber nachdenken was SIE tun könnten, damit es besser wird.
  2. Privat (und bei der Arbeit) kommt der Fluchtinstinkt in uns hoch und wir lassen es einfach bleiben.

Echte Lösungen sind das allerdings nicht. Statt dessen könnte man die Geschichte aus der Perspektive des Konfliktes erzählen. Ggf. kann man sogar in einen Dialog mit seinem Problem treten. Beispiel gefällig?

Problem: Du hast mich als Dein PC Programm so oft gestartet, aber an der Stelle X 
brichst Du immer wieder ab. Das ist nicht sehr befriedigend und vor allem finde 
ich bis dahin keine Lösung für Dich.

Ich: Ja, aber an dieser Stelle bist Du auch wirklich kompliziert und ich 
weiß nicht was ich tun soll.

Problem: Also liegt es gar nicht daran, dass ich grundsätzlich schlecht 
programmiert bin?

Ich: Nein, ich würde ja gerne mit Dir arbeiten, aber an dieser Stelle bin 
ich überfordert...........

 

Schnell wird bei diesem kurzen Dialog (der so ein Problem natürlich noch nicht vollständig erfasst hat, dafür braucht es mehr Details, die hier den Rahmen sprengen würden) klar, dass ich selbst das Problem bin bzw. meine Einstellung diesem Programm gegenüber. Hilfe ist relativ einfach: Support kontaktieren und einmal genau erklären lassen (inkl. Grund warum das so ist) / jemanden fragen, der das Programm erfolgreich anwendet / sich selbst „durchtanken“ und es einfach nochmal mit Geduld versuchen / …

Wenn man die Perspektive des Problems einnimmt, dann…

  • …hat man durch diesen Perspektivwechsel eine neue/weitere Chance, die es vorher nicht gab
  • …löst man sich selbst aus der eigenen Betroffenheit
  • …kann man zunächst mit der Situation ziemlich drauf los spielen und wildeste Hypothesen aufstellen – Humor fördert Kreativität
  • …plötzlich können sich Zusammenhänge auftun, die man vorher nicht gesehen hat
  • …und wenn man das schriftlich macht, macht das Grübeln einfach mehr Spaß, weil man anschließend seine „Story“ vor sich hat

Übrigens haben es die Astronauten von Apollo XIII genau so gemacht – aus Zwang, weil der Funkkontakt abbrach. Sie hätten fluchen können. Sie hätten die Technik und das ganze Universum verdammen können. Nur hätte es nichts gebracht, denn Weglaufen (Fluchtinstinkt) war nicht möglich.

Also hat sich die Crew zusammen gerauft und jeder hat einen Teil des Problems angenommen. Dann diskutierten sie darüber und fanden plötzlich den lebensrettenden Ausweg. Es muss ja nicht immer um Leben und Tod gehen, nur ein wenig mehr Eigendynamik und Bewegung hin zur Lösung statt weg vom Problem täte uns allen sehr gut, denn es wäre weniger Meckerei und Niedergeschlagenheit in der Welt.

Live long and prosper

Euer Markus

 

Erfolgreich im neuen Jahr?

Hallo Netzgemeinde,

das Jahr 2018 ist fast schon drei Wochen „alt“. Der Silvester-/Neujahrseuphorie folgte der Kater und jetzt die Routine – es bleibt halt doch das Meiste ziemlich gleich. Klingt nach Ernüchterung? – Keineswegs!!!

Ich bin ein Freund von positiver Veränderung, vom Streben nach Glück & Zufriedenheit. Das sind meist aber keine von-jetzt-auf-gleich-Aktionen, sondern Prozesse. Diese enden mal mit Ernüchterung oder dem Beibehalten des Status-Quo, aber eben auch oft ein Stückchen weiter als noch zuvor. Mit einem Lächeln im Gesicht kann man dann kurz inne halten und genießen.

In dem Zuge wurde ich auf Seminaren, Workshops und Coaching schon oft gefragt, ob ich einen Tipp hätte, wie man Glück, Erfolg usw. erreicht. Man könnte es sich einfach machen und auf die zahlreichen Motivationsbücher – angefangen bei Dale Carnegie…Ende bei XXX – verweisen. Und ja, in jedem dieser Bücher steht immer mindestens EINE Sache drin, die jeden weiterbringen können. 

Ich habe es mir etwas einfacher gemacht und auf die obige Frage meine Antworten gesammelt. Daraus habe ich eine Edition entworfen, die ich Euch hiermit zur Verfügung stellen möchte.

Tipps – Edition Markus Dornseifer

Gibt es noch mehr zu sagen? – Nein, heute mal ein ganz kurzer Blogeintrag.

Ich wünsche Euch allen ein gutes Jahr 2018 und hoffe Euch an der ein oder anderen Stelle über den Weg zu laufen. Dann dürft ihr mich gerne auf den Blog ansprechen und mit mir darüber diskutieren. Freue mich drauf!

Live long and prosper

Euer Markus

 

 

 

Effizienz, Fähigkeiten, Kompetenzen usw. – die Ermüdung der Welt

Hallo Netzgemeinde,

es ist schon etwas länger her, dass ich hier etwas geschrieben habe. Manche „Digitalmonster“ meinten schon zu mir, dass es nicht gut ist, wenn eine Seite nicht min. ein Mal pro Woche neue Inputs bekommt. – Klar, habe ich gedacht, und das läuft dann auf unzähligen Seiten, dazu noch die Shoppingangebote, sozialen Netzwerke, Nachrichten, ein bisschen TV/Streaming und im Wartezimmer beim Arzt noch ´ne „Brigitte“ oben drauf. 

Ganz ehrlich? – Ich hätte gar nicht die Zeit dazu jede Woche etwas in diesem Blog zu posten.

Und noch ehrlicher? – Ich wollte das von Anfang an nicht! Ich wollte Qualität und Sinn in meinen Beiträgen (Ihr dürft mir gerne Feedback geben, auch wenn es (mal) nicht gefällt.).

Diese – meiner Meinung extern – getriebene Sucht nach immer mehr Input, führt dazu, dass in unseren Gehirnen einiges durch das sprichwörtliche Sieb fällt. Das hat auch nichts mit antrainierten Fähigkeiten („Lernen Sie ein Harry-Potter-Buch in 10 Minuten zu lesen“ – Originalwerbung im Internet) und Kompetenzen („Warum Sie zu erst Ihre Universal-Kompetenzen ausbauen sollten“ – noch eine Internetseite) zu tun.

Und wenn der Chef mal wieder auf mehr Effizienz drängt, dann denke ich immer an Raumschiff Enterprise. Da hatten die so oft einen „Bruch der Außenhülle“ oder „die Instabilität des Warpkerns“ zu befürchten, dass der jeweilige Bordchefingenieur in die absolute Effizienz getrieben wurde: „Ich schaffe das in 2 Stunden, Captain.“ „Wir haben nur noch 20 Minuten.“ „OK – ich mach´s in 18.“

Was bringt es uns zu selbsttrainierten Übermenschen zu werden? Zu perfekten Glanzbildchen und immer durchgestyltem Leben?

Immer wenn ich mal irgendwo touristisch unterwegs bin, wundere ich mich darüber, wie viele Leute fotografieren und dann weiter gehen/fahren. Einfach mal die Kamera weg lassen und das Bild im Kopf speichern. Nicht noch den Urlaub effizient gestalten „Wenn wir schnell fotografieren, schaffen wir mehr Sehenswürdigkeiten. Die Bilder gucken wir uns dann später mit unseren anderen, perfekten Freunden an.“

 

Im Advent / Am Ende eines Jahres werden ja viele besinnlich und versuchen ruhig zu wirken. Nur um dann im Januar mit neuem Schwung und noch mehr Power an die Dinge des neuen Jahres heran zu gehen. Ich finde das alles wirklich ermüdend bzw. langweilig. Wo bleibt der Spaß am Leben, wenn der Terminkalender jetzt schon gefühlt bis August gefüllt ist? Wo bleibt der Genuss, wenn am Ende einer tollen Leistung nur noch der Ausblick auf eine noch tollere steht? Gibt es Zufriedenheit, wenn man mal weniger leistet als beim letzten Mal?

 

Mir ist egal ob Weihnachten vor der Tür steht. Ich finde wir sollten die Zeiten zwischen zwei Arbeitsschritten, Vorhaben, Leistungen usw. mit uns selbst/unseren Liebsten/an der frischen Luft/bei einem guten Buch usw. verbringen.

CARPE DIEM – wörtlich übersetzt heißt es übrigens „Pflücke den Tag“ – wurde schon oft zitiert und noch öfter in den falschen Zusammenhang gerückt. Als Horaz dieses Zitat 23 v. Chr. als Fazit eines Gedichtes schrieb, da war sein Appell für eine möglichst einfache Lebensweise klar verständlich. Nach über 2.000 Jahren sollten wir uns daran meiner Meinung nach jeden Tag erinnern.

 

Live long and prosper,

Euer Markus

Ohne Gürtel

Hallo Netzgemeinde,

in den vergangenen zwei Wochen habe ich einen wunderbaren Urlaub erleben dürfen. Ich war in einem für mich neuen Land und habe eine tolle Kultur kennen und schätzen gelernt. Reisen bildet, sagt man. Ja, denke ich, wenn man sich denn auf den Ort, die dortige Kultur und die Menschen einlässt, dann stimmt das.

Dafür muss man nicht um die halbe Welt fliegen/fahren. An der deutschen Nord-/Ostsee oder in Sachsen, Bayern usw. ist schon ein anderer Lokalkolorit erfahrbar. Trotzdem sind die Reisen in andere Länder meist „ergiebiger“, was die neuen Eindrücke angeht.

In meinem Fall ist Marokko in diesem Jahr nicht zu toppen. Eine leckere Küche, eine Herzlichkeit (vor allem Kindern gegenüber), extrem gute Laune und eine Mischung aus Tradition und Moderne – das war schon toll.

Mein persönliches Highlight war aber etwas ganz banales: ich habe zwei Wochen keinen Gürtel getragen.  –  Ui, das ist aber aufregend, das wird der ein oder andere vielleicht denken und dabei müde lächeln.

Für mich war es aber ein äußeres Zeichen, dass ich nicht arbeite. Ich habe anderen, aber vor allem mir selbst das Bild des Urlaubers vermittelt, denn an einem normalen Arbeitstag – ob im feinen Anzug oder im „Casual Business Look“ – ist der Gürtel nicht nur Accessoire, sondern fester Bestandteil der Kleidung. Ohne Gürtel geht MANN nicht aus dem Haus. Es tat gut einfach mal die Shorts anzuziehen oder eine Sporthose und schon morgens den Gürtel im Schrank liegen zu lassen.

Manchmal ist es ganz einfach einen positiven Geisteszustand herzustellen. Der eine lässt die Uhr weg um nicht permanent von der Zeit getrieben zu sein. Der nächste macht das Handy aus und ist nicht erreichbar. Wieder andere nutzen Kalendersprüche/Lebensweisheiten, um im Kopf den berühmt-berüchtigten „Schalter“ umzulegen. – Für mich war es die gürtellose Zeit, die dem Urlaubfeeling einen Kick gegeben hat.

Woran Ihr auch immer denkt um Euch positiv zu stimmen, nichts davon ist peinlich oder lächerlich, sondern wie für Euch gemacht.

Ich wünsche allen eine gute Woche – mit oder ohne Gürtel

Live long and prosper

Euer Markus